www.eric-thomas.de

Dolomitenlauf2015-1.JPG

Erster Worldloppet-Triumph beim 41. Dolomitenlauf Classic Race

Am vergangenen Wochenende war das Osttiroler Bergdorf Obertilliach im absoluten Ausnahmezustand. Denn es war nicht nur Drehort für den kommenden Bond-Film „Spectre“ um Daniel Craig sondern auch Schauplatz des diesjährigen 41. Dolomitenlaufes. Auch heuer wurde der Dolomitenlauf von Lienz ins schneesichere Obertilliach verlegt. In der letzten Saison nahm ich bereits am Dolomitenlauf über 42 Kilometer in der Skatingtechnik teil, der sogleich Teil der FIS Marathon Cup Serie war. Doch um einige klassische Wettkampfkilometer in Hinblick auf die anstehenden langen Swix Ski Classics Rennen zu sammeln, entschied ich mir für die Teilnahme am 42 Kilometer langen Classic Race. In den letzten beiden Tagen vor dem Wettkampf spürte ich schon, dass ein kleiner Infekt im Anmarsch war und überlegte lange ob eine Teilnahme zu verantworten wäre oder eventuell den weiteren Saisonverlauf negativ beeinflussen würde. Ich entschied mich für die Teilnahme!

Am Vortag testete ich mit meinen Teammates Manu und Tobi das Material. Einfach war das gewiss nicht, denn die Prognose meldete in der Nacht einsetzende Schneefälle, die beim Entscheidungsprozess berücksichtig werden mussten. Letzten Endes präparierte ich zwei Paar Ski, die ich dann am Samstag vor dem Start austestete. Der gemeldete Neuschnee kam auch wirklich und so fiel die Auswahl des Wettkampfskis nicht sonderlich schwer. Ich merkte schon, dass die Auserkorenen richtig gut liefen.

Wie so oft gab der ortsansässige Schützenverein mit lauten Böllerschüssen das entscheidende Signal für die knapp 550 Wettkämpfer. Dann ging es im Schneegestöber rund. Sofort reihte ich mich in den ersten drei Positionen des Feldes ein, übernahm sogar kurz die Führungsarbeit bis ich entschied, mich mit etwas Geduld hinter einem anderen Läufer einzureihen. Ich bemerkte, dass ich überragende Ski unter den Beinen hatte und so war die Geduld von nicht allzu großer Weile. Nach etwa zweieinhalb Kilometern verabschiedete ich mich an der Spitze des Feldes in die erste längere und schnellere Abfahrt. Da habe ich nochmal richtig in die Stöcke gehauen, um die verfestigte schnelle Spur und vielleicht auch ein wenig den Windschatten der drei voranfahren Schneekatzen zu nutzen. Ich drehte mich um, sah eine erstaunlich große Lücke zum Feld und gab Gas. Zu viel Gas für die Schneekatzen, die meine Geschwindigkeit wohl etwas unterschätzten. Als ich schon fast auf die Kamera-Schneekatze auffuhr, blieb dem Fahrer nichts anderes übrig als in den Tiefschnee auszuweichen. Das tat er dann auch und fuhr letztendlich an einen Baum – sah schon lustig aus :-D Am Ende der Abfahrt hatte ich ungefähr 100 Meter Vorsprung und überlegte, ob ich die Flucht ernsthaft durchziehen sollte oder nicht. Immerhin waren es noch knapp 40 Kilometer bis ins Ziel. Im Endeffekt sah ich in meinem Alleingang mehr Vor- als Nachteile und drückte etwas auf die Tube wodurch sich mein Vorsprung schnell vergrößerte. Der weitere Rennverlauf war dann recht einsam und unspektakulär, erforderte aber wegen des teilweise lockeren Schnees gerade in den Abfahrten höchste Wachsamkeit. Nach etwa 20 Kilometern begann der sechs Kilometer lange Anstieg vom Biathlonstadion zum höchsten Punkt der Strecke – dem Kartitscher Sattel. Dieser Streckenabschnitt sollte in meinen Augen über das Ergebnis richten. Der Aufstieg ohne Steigwachs, nur im Doppelstockschub, war in manchen steilen Passagen nicht gerade einfach und forderte mich schon ziemlich. Meinen genauen Vorsprung kannte ich nicht und so erwartete ich, dass einige Läufer mit No-Wax-Ski aufschließen könnten. Doch niemand war in Sicht. Die vermeintlich lange Abfahrt entpuppte sich keineswegs als Quelle der Regeneration. Talabwärts wehte der Wind gegen die Sportler und so musste auch ich mehr Schieben als gedacht. Als die abschließende zehn Kilometer lange Schleife begann, lag ich knapp drei Minuten in Front. Da wurde mir klar, dass es heute soweit sein würde, mit dem ersten Worldloppet-Sieg. Ich konnte das Rennen dann relativ entspannt ins Ziel laufen, wo die Mädels schon mit dem Siegerkranz auf mich warteten. Das war schon ein tolles Gefühl die letzten Meter so befreit genießen zu können. Den frisch ausgeschenkten Zirbenschnaps zur Desinfektion meiner leichten Erkältung hatte ich mir dann wirklich verdient! Viele Fotos und ein Interview für das ORF folgten. In meinen Augen ein optimaler Wettkampftag.

Bei der Siegerehrung gab´s dann noch einen richtig großen Pott, der zu gegebener Zeit eingeweiht wird!

Video 1

Video 2

Hier geht´s zu den Ergebnissen!

Über das große Interesse und die Wertschätzung meiner Leistung durch viele Bekannte, die mir Wochenende für Wochenende die Daumen drücken, habe ich mich besonders gefreut! Jetzt heißt´s erstmal den Schnupfen kurieren und inhalieren, inhalieren, inhalieren…

EricThomas EricThomas • Januar 21, 2015


Previous Post

Next Post